Disko- und Alkoholunfälle

Bei jungen Fahrerinnen und Fahrern vereinen sich das „Fahranfängerrisiko“ und das „Jugendlichkeitsrisiko“.

  • Das „Fahranfängerrisiko“ liegt in der noch fehlenden Fahrpraxis begründet. Den jungen Menschen fehlt die Routine bei später automatisierten Fahrabläufen. Viele Fahrsituationen können sie aufgrund ihrer Unerfahrenheit beim Fahren noch nicht gut einschätzen.
  • Das „Jugendlichkeitsrisiko“ bezeichnet ein typisches, komplexes Phänomen. Junge Menschen sind eher bereit, größere Risiken einzugehen. Sie unterschätzen mögliche Gefahrenquellen.
  • Das Zusammentreffen dieser beiden Risikokomponenten zeigt sich besonders bei Disko- und Alkoholunfällen.

Häufig ergibt sich hier ein typisches Bild: Männliche Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren fahren alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss nach einem Diskobesuch nach Hause. Mit überhöhter Geschwindigkeit verliert der Fahrer die Kontrolle über das mit mehreren Personen besetzte Fahrzeug und prallt gegen ein Hindernis. Aufgrund des Alters des Autos, verfügt dieses nicht über aktuelle Sicherheitseinrichtungen. Schlimmstenfalls sind die Mitfahrenden nicht angeschnallt. Die Unfallfolgen für Fahrer und Mitfahrende sind häufig tödlich. Für die Zielgruppe zeigt die Unfallstatistik in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag ein deutlich gesteigertes Unfallaufkommen.

Eine lange Erfolgsgeschichte

Seit über 30 Jahren wird die Aktion junge Fahrer umgesetzt. Es ist das einzige Programm für die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, das bundesweit umgesetzt wird. Im Laufe seiner Geschichte wurde es mehrmals überarbeitet und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst.

Veranstaltungen an Schulen

Die Veranstaltungen im Rahmen der Aktion junge Fahrer werden von uns vor Ort durchgeführt. Sie finden vorrangig an Schulen oder auf Festen von Autohäusern statt aber gelegentlich auch auf Jugendmessen. Jede Veranstaltung besteht aus zwei Elementen:

  • Den Projektbausteinen
  • Dem Aktionstag

Mithilfe der Projektbausteine werden zielgruppenspezifische Themenschwerpunkte im Unterricht behandelt. Ein geschultes Mitglied der Polizei oder die Lehrkraft selbst moderiert die 90-minütigen Unterrichtseinheiten. Sie leiten die Peergruppen-Gespräche sowie die Teamarbeit, geben wichtige Fakten und Informationen zum jeweiligen Themenschwerpunkt. Sie ermöglichen den Schülerinnen und Schülern einen Erfahrungsaustausch mit Selbstreflexion in wertschätzender Atmosphäre. So haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich gemeinsam dem verkehrsrelevanten Thema zu nähern und eigene Erfahrungen einzubringen. An den Aktionstagen kommen verschiedene Aktionselemente zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise ein Rauschbrillenparcours oder ein Pkw-Fahrsimulator. Durch die aktive Teilnahme an den Aktionselementen machen die Schülerinnen und Schüler wertvolle Erfahrungen in Bezug auf die eigene Sicherheit im Straßenverkehr und regen somit die Selbstreflexion an.

Jugendgerechte Kommunikation

Eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Aktion junge Fahrer ist es, Themen der Verkehrssicherheit für junge Menschen ansprechend aufzubereiten. Wir haben uns daher für die beiden Elemente Peergruppen-Gespräch und erlebnisorientierter Aktionstag entschieden.

Auch an Ihrer Schule/Einrichtung?

Sie sind Lehrkraft und wünschen sich eine Veranstaltung im Rahmen des Programms Aktion junge Fahrer an Ihrer Schule? Dann wenden Sie sich einfach an uns. Die Umsetzung der Veranstaltung für die Schule ist kostenfrei. Ermöglicht wird dies durch die finanzielle Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und das ehrenamtliche Engangement unserer Mitglieder.

Nährere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Medien und Service Center der Deutschen Verkehrswacht e.V.