Chronik der Verkehrswacht Stuttgart e.V.

In historisch bewegter Zeit versammelten sich am 20.03.1951 Mitglieder der Landesverkehrswacht Württemberg-Baden im Sitzungssaal des in diesem Lande schon bestehenden Verkehrsministeriums.

Der damalige „Bezirk“ Stuttgart der Landesverkehrswacht formulierte die wesentlichen sachlichen Aufgaben bezogen auf die hiesigen Verhältnisse:

– Bewältigung der rasch zunehmenden Motorisierung

– Probeweise Einrichtung eines Rettungsdienstes für betrunkene Kraftfahrer

– Einrichtung eines Lotsendienstes durch Stuttgart

– Bildung von Ausschüssen für Straßenbau, Straßenverkehrsrecht

– Ausbau eines kraftfahrzeugtechnischen Beratungsdienstes

 

Mit als Schwerpunkt wurde die Unfallbekämpfung erkannt. Die ersten Zahlen unterstrichen diese Notwendigkeit für Stuttgart:

– 65.000 zugelassene Kraftfahrzeuge 1951

– 107.000 tägliche Benutzer des Schienenverkehrs

– stark ansteigender Fremdenverkehr

Als 1. Vorsitzender Stuttgarts amtierte von 1951 – 1954 Präsident Großjohann. Die immer größer werdenden Probleme in Sachen Unfallbekämpfung führten im Jahre 1954 zu einer Erweiterung der Verkehrswachtarbeit. Es wurde ein örtlicher Vorstand unter Dr. Karl-Heinz Thielmann gebildet.

Parallel zu dieser Entwicklung entwarf die Stadt Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht ein Sonderprogramm für die schulpflichtige Jugend. Das enttäuschende Ergebnis der Verkehrsbelehrung forderte neue Wege auf dem Gebiet der Verkehrserziehung.

Diese Erkenntnis mündete in der Gründung der ersten Jugendverkehrsschule des Bundesgebietes auf dem Diakonissenplatz im Stuttgarter Westen. Die feierliche Einweihung am 23. Oktober 1953 wurde zu einem großen Ereignis, das bundesweit Aufsehen erregte.

Ein weiteres einschneidendes Jahr war für die Verkehrswacht Stuttgart 1964. In einer Versammlung wurden im Januar 1964 die Aktivitäten von Weil im Dorf und Stuttgart zusammengeführt. Vorsitzender wurde Dr. Ing. Wirbitzky. 1967 übernahm dieses Amt Karl Karollus, er war in dieser Phase über 15 Jahre für die Geschicke der Stuttgarter Verkehrswacht verantwortlich.

In dieser Zeit hat die Verkehrswacht Stuttgart mehrere bedeutsame Projekte angeregt und durchgeführt: – -Schwarz/gelbe Gehstöcke für ältere und gehbehinderte Verkehrsteilnehmer -Einrichtung des Verkehrsübungsplatzes auf dem Pragsattel -Einsatz von erwachsenen Schulweghelfern -Einrichten und Betreiben von ortsfesten Jugendverkehrsschulen (Diakonissenplatz und Untere Schloßgartenanlage)

Im Jahre 1979 wurde in Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion Stuttgart II das Vorschulparlament Stuttgart als Arbeitskreis der Verkehrswacht gegründet. Diese Einrichtung , wie auch alle anderen im Bundesgebiet, wurden finanziell vom Mercedes-Förderwerk getragen.

Im Jahr 1983 wurde Dr. Ing. Günter Sabow zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Im Sommer 1989 wurde ein neues Verkehrssicherheitsmobil, das allen Anforderungen moderner Verkehrserziehung gerecht wird, der Öffentlichkeit übergeben. Das Fahrzeug dient als ideale Ergänzung der stationären Jugendverkehrsschulen und wird vor allem in den äußeren Stadtbezirken eingesetzt.

In Stuttgart wurden insgesamt 3 stationäre Jugendverkehrsschulen eingerichtet und zwar in der Forststraße, in den Unteren Schloßgartenanlagen und am Max-Eyth-See.

 

1995 wurde Frau Monika Zinkwe zur 1. Vorsitzenden gewählt. Unter ihrer Führung konnte der Aufgabenbereich der Stuttgarter Verkehrswacht noch wesentlich erweitert und den modernen Erfordernissen angepaßt werden.

Von 2007 bis 2013 leitete Frau Roswitha Wenzl die Geschicke der Verkehrswacht Stuttgart, auf der letzten Mitgliederversammlung im April 2013 wurde Frau Birgit Weber zu ihrer Nachfolgerin gewählt.