Aufklärungsaktion für
„Mehr Rücksicht und null Aggression im Straßenverkehr“
Eine Kooperationsveranstaltung der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH und der Verkehrswacht Stuttgart e.V.
Nach der erfolgreichen Pilotveranstaltung im Mai 2008 im Kinder und Jugendhaus Fasanenhof, führen die Verkehrswacht Stuttgart e.V und die Jugendhaus gGmbH ihre Aufklärungsaktion von März bis Mai 2009 in weiteren acht Stuttgarter Jugendhäusern durch.
Die erste Veranstaltung fand am Mittwoch 4. März 2009 um 18.00 Uhr im Jugendhaus West statt. Weitere folgen in den Jugendhäusern:
Sillenbuch, Zuffenhausen, Nord, Degerloch, Mitte, Bad Cannstatt und Hallschlag.
„Gefühle erklären, hilft Aggression herauszunehmen. Unter diesem Motto wollen wir mit den jungen und jugendlichen Verkehrsteilnehmern vor Ort ins Gespräch kommen und ihnen zeigen, wie sehr wir alle im Straßenverkehr aufeinander angewiesen sind und wie stark jeder einzelne in seinem Verhalten von Gefühlen gesteuert wird“, so die Vorsitzende der Verkehrswacht Stuttgart, Roswitha Wenzl, zum Ziel und zur Strategie der Aktion.
Aggressives Verhalten im Straßenverkehr hat laut Meinungsumfragen in den letzten Jahren zugenommen. Die Hintergründe sind vielfältig und komplex. Die Strasse ist ein öffentlicher Raum, wo Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen auf einander treffen. Aggressionen im Straßenverkehr sind so fast unvermeidlich. Insbesondere sind es überwiegend jüngere, männliche Raser, die mit ihrem Fahrstil sich selber, aber auch Unbeteiligte in Gefahr bringen, so die Statistik.
Die Verkehrswacht Stuttgart sieht in der Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Jugendhäusern eine gute Möglichkeit, gezielt mit Jugendlichen in der Freizeit, jenseits von Schule und Ausbildungsplatz, ins Gespräch zu kommen. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und Sätzen wie:“ Du darfst nicht“ oder „Das verstößt gegen die Regel“, sondern auf dem Wege der Aufklärung und Anleitung zur Selbstreflexion über das, was in ihnen vorgeht, wenn sie sich mit ihren Emotionen und Gefühlen in den Straßenverkehr begeben.
Dabei stehen unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit zwei Fragen im Zentrum:
Wann werden Emotionen zum Risiko?
Wie lässt sich dieses Risiko mindern, wenn nicht gar verhindern?
„Starke Gefühle können im Straßenverkehr tödlich sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie positiv oder negativ sind. Entscheidend ist ihre Stärke, “ so Stefan Horlacher, langjähriger Fahrlehrer und Fahrschulleiter sowie Vorstandsmitglied der Verkehrswacht Stuttgart e.V. Er führt als Experte die Veranstaltungen in allen acht Jugendhäusern durch. Auch er setzt auf langfristiges Training und Aufklärung.
Als Vater von 2 heranwachsenden Jugendlichen findet er den richtigen Ton. Er schildert häusliche Situationen, zeigt Filmsequenzen, bei denen sich fast jeder wieder finden kann: Streit mit den Eltern, der Freundin, Frustration, Wut Trauer. Oder: Erfolg, Anerkennung, Freude, Glück. Beide Gefühlsbereiche können gleichermaßen im Straßenverkehr gefährlich sein. Führt die Wut nicht selten zu Aggression und Rücksichtslosigkeit, so neigt der Betroffene bei positiven Gefühlen zu einer überhöhten Risikobereitschaft und wiegt sich in einem Gefühl trügerischer Sicherheit. Beides kann fatal ausgehen. „Kinder und Jugendliche sind sehr viel stärker von Gefühlen abhängig als Erwachsene. Sie neigen auch zu stärkeren Gefühlswallungen. Sie müssen erst lernen, damit umzugehen und sie vernunftgemäss zu steuern. Hier ist unser Ansatz“, so Horlacher bei seinen Ausführungen.
Unterstützt wird er hierbei von den Mitarbeitern der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft. Auch für sie stellt die Zusammenarbeit eine gute Möglichkeit dar mit ihren jugendlichen Besuchern über ein Thema zu sprechen, das alle angeht ,„Das Thema Auto, Verkehr und Führerschein in Zusammenhang mit einem Fahrsimulator und dem Einsatz von Rauschbrillen ist erfahrungsgemäß attraktiv für unsere jugendlichen Besucher. Wir freuen uns deshalb, dass wir mit der Verkehrswacht Stuttgart ein solches Angebot machen können“, so Andreas Dobers, Regionalleiter der gGmbH Jugendhaus Gesellschaft Stuttgart.
Mit ihrer Aktion will die Verkehrswacht Stuttgart in diesem Jahr einen Schwerpunkt ihrer Arbeit setzen. Sie sieht in der Aufklärung einen wichtigen präventiven Beitrag gegen die wachsende Zahl rücksichtsloser Autofahrer und einen weiteren Ansatz zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche im Straßenverkehr.
„Es geht nicht ums Verurteilen und Niedermachen, es geht um das Selbstverständnis des einzelnen Jugendlichen, für den insbesondere das Auto das Vehikel ist, in eine gefühlte Rolle zu schlüpfen, „so die Vorsitzende der Verkehrswacht Stuttgart. Hier tut Aufklärung not.
Weitere Termine:
9. März Jugendhaus Sillenbuch, 16. März Jugendhaus Zuffenhausen, 8. April Jugendhaus Nord, 22. April Jugendhaus Degerloch, 6. Mai Jugendhaus Mitte, 13. Mai Jugendhaus Bad Cannstatt, 20. Mai Jugendhaus Hallschlag.
Im Frühjahr 2011 soll diese erfolgreiche Aktion fortgesetzt werden !