Um die Kleinsten auf die Tücken im Straßenverkehr aufmerksam zu machen und sie auf hektische Situationen hinzuweisen, hat die Verkehrspuppenbühne der Stuttgarter Verkehrswacht das Stück „Der rasende Roland" entwickelt. Die Premiere des neuen Stückes fand am 13. Dezember im Stuttgarter Rathaus statt.
Mit der Verkehrspuppenbühne lernen Kinder spielerisch und auf direkte Weise, Risiken im Straßenverkehr zu erkennen. Die pädagogisch wertvollen Vorstellungen wirken nachhaltig auf die Kinder und sind so ein ergänzender Beitrag zur Unfallverhütung. „Mal schnell noch über die Straße gehen" ist im neuen Stück ebenso ein Thema wie Gefahren, die beim Überqueren von Straßen oder auch von Straßenbahnüberwegen auftreten können.
Gerade die vier- bis achtjährigen Kinder sind in Großstädten im Straßenverkehr gefährdet. Vielfach passieren die Unfälle dabei in der Nähe der Wohnung, vor allem auch beim Spielen. „Nach wie vor sind viele Straßen- und Wohngegenden ohne Rücksicht auf Kinder angelegt", so die Vorsitzende der Verkehrswacht, Roswitha Wenzl. Zudem seien Kinder den Anforderungen des Straßenverkehrs entwicklungsbedingt noch nicht gewachsen und sehen die Welt des Straßenverkehrs ganz anders. „Die Verkehrspuppenbühne mit ihrem Verkehrskasper holt das Kind dort ab, wo es sich im täglichen Verkehr oder beim Spiel wieder erkennt. Hier liegt meiner Meinung nach der größte Lerneffekt", so Wenzl.
Um den Bedürfnissen und der Sprache der Kinder entgegenzukommen und die veränderten Gefahren im Straßenverkehr darzustellen, wurde das Stück im Vorfeld von der Universität in Landau und der Stuttgarter Polizei untersucht.
Der Betrieb der Verkehrspuppenbühne musste aufgrund der Mittelkürzung für einige Monate pausieren. Mit Hilfe der Daimler AG und der Stuttgarter Straßenbahnen AG konnte der Spielbetrieb bis Ende 2011 gesichert und ein neues Theaterstück realisiert werden.
„Sicherheit ist eines unserer Kernanliegen - nicht nur bei der Entwicklung neuer Technologien und der Verbesserung der Aktiven und Passiven Sicherheit, sondern auch im Straßenverkehr", so Anja Lehner, Leiterin für Marketing und Sponsoring bei der Daimler AG.
„Kinder sind besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer, die es besonders zu schützen gilt. Ob als Fußgänger, Fahrradfahrer, als Insassen in Autos, Bussen usw. sind Kinder Gefahren ausgesetzt, die sie nicht immer einschätzen, interpretieren oder vorhersehen können. Sie müssen daher früh auf potentielle Gefahren im Straßenverkehr vorbereitet werden, um selbständig und sicher durch den täglichen Straßenverkehr zu kommen. Bereits seit 2001 macht Daimler mit MobileKids Grundschulkinder fit für den Straßenverkehr. Die Verkehrspuppenbühne verfolgt die gleichen Ziele für Kindergartenkinder. Beide wollen wir spielerisch den Kindern beibringen, Risiken im Straßenverkehr zu erkennen und die richtigen Verhaltensweisen zu lernen. Deshalb freuen wir uns, gemeinsam mit der Verkehrswacht einen Beitrag zur Verkehrssicherheit für die jüngsten Verkehrsteilnehmer zu leisten", so Lehner.
SSB-Vorstand Reinhold Bauer begründet das Engagement der SSB damit, Kindern möglichst frühzeitig den Nahverkehr und insbesondere die Stadtbahn nahe zu bringen. „Stadtbahnen können nicht ausweichen und sie haben einen langen Bremsweg", so Bauer. „Wer wäre besser geeignet als die Verkehrspuppenbühne, dies Kindern auf spielerische Weise bewusst zu machen."